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Geschichtliches zum Rittergut Oetzsch

Gutshaus Porta mit Säulen

Ausschnitt aus dem Anzeiger,
Amtliches Mitteilungsblatt Nr. 14
vom 20. Oktober 1995.

Oetzsch ist ein typisches Rittergutsdorf. Es setzte sich aus dem Rittergut und einer Häuserzeile, welche sich auf ganz schmalem Raum zwischen Döllnitz und dem Weg Wetitz-Schlanzschwitz befindet, zusammen. Die rechtwinklig zu diesem Weg, auf die Höhe führende Siedlung wurde erst um 1928 angelegt.


Der 1310 unter Hinweis auf einen Herrensitz erstmals erwähnte Name "euschicz" enthält die altsorbische Bezeichnung ovca = Schaf, was auf eine Schäferei hinweist. Oetzsch kann man lückenlos von dem 1310 erwähnten Herrensitz, 1445 erstmals erwähnten Rittersitz, bis zu dem späteren Rittergut belegen.


Das Rittergut Oetzsch hat eine sehr wechselvolle Geschichte, da es sich immer nur wenige Jahrzehnte in den Händen eines Geschlechtes befand, dann wurde es wieder verkauft. Eine Ausnahme machte das Geschlecht derer "von Saalhausen", welche in der Mügelner Gegend länger ansässig waren. Das Geschlecht derer von Saalhausen besaß das Rittergut Schweta seit dem 13. Jahrhundert und mit Unterbrechungen, bis 1659. Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte einige Zeit Stennschütz zu diesem Besitz. Von ca. 1555 bis zum Dreißigjährigen Krieg gehörte diesem Geschlecht auch das Rittergut Oetzsch und zeitweise auch noch das Rittergut Crellenhain.


Als Besitzer vom Rittergut Oetzsch werden genannt: Um die Mitte des 15. Jahrhunderts Heinrich von Saalhausen-Rechau; er machte der Altmügelner Kirche eine Stiftung und war zu dieser Zeit gleichzeitig Besitzer des Rittergutes Crellenhain, bis dieses an die Brüder Balthasar und Franz von Fichtenberg verkauft wurde. Weiterhin werden als Besitzer genannt: Hans von Saalhausen im Jahre 1587, Melchior von Saalhausen im Jahre 1590. Nach "Kreysigs Beiträgen I" starb Melchior von Saalhausen 1595, dreißig Jahre alt auf dem Rittergut Oetzsch und wurde in Altmügeln begraben. Seine Witwe Agnes von Nischwitz-Staucha überlebte ihn um 19 Jahre. Sie starb 1614. Während oder kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Rittergut Oetzsch im Besitz des Rittmeisters Hans Wolf Schreckenfuchs.


In seiner Chronik nennt der Pfarrer Daniel Otto Zießler u.a. die Bewohner, welche im Jahre 1652 in Mügeln gewohnt haben. Unter der Rubrik "In der Stadt" nennt er dabei unter Nr. 15 "Der Wol-Edle H. Hanß Wolff Schreckenfuchs uff Oetzsch/Rittmeister". Also war dieser Hanß Wolff Schreckenfuchs 1652 schon Besitzer vom Rittergut Oetzsch und hatte auch schon ein "Stadthaus" - was man sich darunter auch vorstellen mag - in Mügeln. Auf alle Fälle hatte er in Kriegszeiten die Möglichkeit einer vernünftigen Unterkunft mit seiner Familie hinter den Mauern von Mügeln und mußte nicht, wie viele andere Bauern von den umliegenden Dörfern, auf der Straße oder dem Markt zu Mügeln campieren. Ob er schon im Jahre 1641 zu den erfolgreichen Verteidigern von Mügeln gehört hat, ist nicht feststellbar.


Auf alle Fälle soll er sich während des Dreißigjährigen Krieges große Verdienste erworben haben. Der Lehensbrief, welcher ihm "das Vorwergk Oetzsch und die Mühle für dem Hofe gelegen"... verleiht, wurde am 22. September 1657 ausgestellt. Verwaltungsarbeit war damals weitaus schwieriger als heute. Das Rittergut Oetzsch soll das kleinste und eines der ältesten Rittergüter Sachsens sein und das einzige, in dessen Händen sich der Lehensbrief, sozusagen die Ersterwähnung befindet. Insoweit andere Rittergüter überhaupt einen Nachweis ihrer Übergabe oder Verleihung nachweisen können.


Diesen Lehensbrief fand der letzte Besitzer, Herr Mitscherling bei Reparaturabeiten im "alten Herrenhaus" über dem lehmgestampften Kreuzgewölbe. In ihm sind alle Dienste der Rittergutsuntertanen, die Erbzinsen und die ihnen damit zustehenden Rechte verzeichnet. Dadurch erfahren wir auch, daß es 1657 in Oetzsch sechs zins- und dienstpflichtige Rittergutsuntertanen mit ihren Familien gab. Dies waren: Valentin Schuster, Ambrosius Engel, Hans Planitz, Urban Naumann, Sebastian Nolin und Michael Wedler. Dazu kamen zwei Lehenspflichtige von Wetitz, Kaspar Hensel und Hans Gegen.

Weiterhin gab es 1657 in Oetzsch einen gewissen Aßmus. Wir erfahren dies durch einen Passus im Lehensbrief: " wozu mans bedarf, Botschaften lauffen, die Meile vmb Acht pfennig, Aßmus aber bekömbt von jeder Meile ein Groschen " Ob dieser Aßmus ein mit im Gut wohnender Diener oder der Müller war, ist nicht feststellbar. Wir wissen nur, daß die Häusler bei Botengängen für eine Meile 8 Pfennige Lohn erhielten und dieser Aßmus einen Groschen.

Um 1800 standen in Oetzsch 26 Häuslergebäude, in denen 165 Einwohner lebten. Diese gesamte Einwohnerschaft besaß nicht einmal 5 Scheffel Grundbesitz und im ganzen Dorf standen nur zwei Kühe. Im gleichen Jahr hatte das Rittergut 130 Scheffel Landbesitz (ca. 56ha). An Vieh waren vorhanden: u.a. 5 Pferde, 15 Kühe und 99 Schafe. Die Landarbeiter arbeiteten zum größten Teil auf den Rittergütern in Oetzsch und Schweta. Die Oetzscher Häusler mit Grund und Boden hatten nach wie vor ihre Abgaben an das Rittergut Oetzsch zu leisten. Dies waren bis zu 4 Taler Erbzins und sechs bis zwölf Hofe-Tage. Die jährlichen Einnahmen des Rittergutes Oetzsch, von seinen Untertanen in Oetzsch und Wetitz, betrugen in diesem Jahr 97 Taler Geldzinsen, 33 Scheffel Getreide, neun Stück alte Hühner und 2 Schock und eine Mandel Eier.

(Schock als Zählmaß = 60 Stück; Mandel als Zählmaß = 15 Stück)

Die klassische Form des alten Vierseit-Hofes ist heute leider nicht mehr zu erkennen. Zwei Weltkriege sowie mangelndes Interesse an der Erhaltung der Bausubstanz zu DDR-Zeiten führte zu einem kontinuierlichen Verfall aller Gebäude. 1979 brannte dann die Scheune des Hofes ab. Der ehemalige Pferdestall mußte 1992 nach der Rückübereignung des Hofes an den neuen/alten Eigentümer abgerissen werden, da dieser nicht mehr zu retten war. Die übrigen Gebäude werden aber step by step wieder hergerichtet, wie Sie an der kleinen Villa, dem Nebengebäude (Garagen) und an Ihrer Ferienwohnung selbst sehen können.

 

  Gutshaus Hofseite 2006-1

 

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